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Fenstereinfassung: von Bach zu Brahms

Laeiszhalle kleiner Saal · barrierefrei

Klassische Musik

Kammerorchester der Symphoniker Hamburg Mozarts bekannter Ausspruch „Er ist der Vater; wir sind die Bubn. Wer von uns was Rechts kann, hats von ihm gelernt“ bezog sich keineswegs auf Johann Sebastian, sondern auf Carl Philipp Emanuel Bach, dem Meister des empfindsamen Stils, der mit seinen Hamburger Symphonien ganz im Sinne des in den 1770er-Jahren aufkommenden Sturm und Drang charaktervolle Stimmungswechsel, abrupte Kadenzabbrüche und stürmische Crescendi mit herzzerreißenden und poetischen Motiven gekonnt kombinierte. Auch Felix Mendelssohn Bartholdys Bach-Zuneigung ist weithin bekannt. Aus dem lebhaften Kopfsatz und dem teils stürmischen Allegro des Violinkonzerts in d-Moll, das Mendelssohn 13-jährig im Jahr 1822 schrieb, mag man nicht nur den Einfluss des älteren Bach, sondern auch seines Sohnes Carl Philipp Emanuel herauslesen. Der geniale Umgang mit bachscher Themenverarbeitung und romantischem Klangzauber des jungen Komponisten verblüfft und begeistert auch heute. Johannes Brahms‘ zweites Streichquintett in der Fassung für Streichorchester dagegen bietet eine Fülle an Reminiszenzen, die der gealterte Komponist 1890 quasi als Rückschau auf eine ganze Epoche und sein eigenes Lebenswerk in das viersätzige Werk einfließen ließ, ohne dabei seine ganz persönliche Bilanz eines Jahrhundertwerks außer Acht zu lassen.

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